Drehtanz

Drehtanz, Derwischtanz, Tanura

Asita tanzt einen Derwischtanz - Drehtanz - Tanura auf der Bühne. Sie hält Schleier in jeder Hand.
Asita Derwischtanz – Drehtanz – Tanura

Drehtanz für Anfänger, Tänzer und Yoga-Praktizierende.

Drehtanz ist uns bekannt durch die drehenden Derwische. Der Tanz der Derwische ist nicht nur die Drehung des Körpers, sondern auch eine Drehung mit dem Herzen, mit der Seele, mit der Liebe, mit dem Glauben, mit der physischen und der geistigen Existenz. Kreisen ist die Urbewegung allen Lebens. In diesem Unterricht lernt Ihr Drehen, ohne dass Euch schwindelig wird. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Jeder kann drehen lernen.

Workshops auf Anfrage im Tanzstudio oder außerhalb!

Drehtanz

Asita tanzt einen Derwischtanz - Drehtanz - Tanura auf der Bühne.
Asita – Derwischtanz – Drehtanz – Tanura

Die Grundlage unserer Existenz – vom Atom bis hin zum Kosmos – basiert auf einer Drehbewegung. So sucht der tanzende Derwisch im Drehen die Harmonie mit Natur und Schöpfer. Der Drehtanz ist eine der ältesten Techniken der Sufis und eine der wirkungsvollsten. Es ist ein Wirbelsturm und doch in der Mitte ganz ruhig. Dein inneres Sein wird gleichsam der Drehpunkt und dein Körper zu einem kreisenden Rad. Du wirst die Mitte des Universums, ganz bei Dir und doch mit allem verbunden. Es ist der stille Dialog zwischen dem inneren und dem äußeren Universum. Musik und Tanz verbinden sich im Rhythmus, der die Brücke schafft zum Pulsschlag des eigenen Herzens, und zur Präsenz der anderen.
Jede Geste beim Drehen hat symbolische Bedeutung und wird mit Bedacht und Konzentration ausgeführt.

Die Kunst des Drehtanzes

Drei Jahre – 1001 Tage-  müssen die Derwische im Grunde die Kunst des „Tretens auf der Stelle“ üben. Sie lernen sich im Kreis zu drehen, ohne äußerlich vom Fleck zu kommen.
Das Ziel ist erreicht, wenn die Übenden beim Kreisen den Drehpunkt genau einhalten können. Es beginnt, indem man den Kreis in vier Teile aufteilt. Jeder Teil dieses Kreises wird mit dem rechten Fuß berührt, dann wird der Kreis in zwei Teile aufgeteilt und die Drehungen sollen mit zwei Stößen des rechten Fußes erreicht werden. Zuletzt soll eine ganze Umdrehung mit einem Schwung erreicht werden.

Der Drehende dreht in Harmonie mit der Natur, mit den kleinsten Zellen und den Sternen am Himmelsgewölbe, und wird damit Zeuge der Majestät und Existenz des Schöpfers. Es ist ein Denken an Ihn, ein Danken und ein Beten zu Ihm.

Tanura

Asita tanzt einen Derwischtanz - Drehtanz - Tanura auf der Bühne.
Asita – Derwischtanz – Drehtanz – Tanura

Beim Tanura, der ägyptischen Variante des religiösen Drehtanzes, tragen die Tänzer weiße Unterkleidung, darüber ein farbenfroher Rock, manchmal auch zwei, davon kann einer ballonartig genäht sein. Weste, Kopfbedeckung (nicht obligatorisch), Schuhe. Mögliche Accessoires sind Tücher, Zimbeln und Tamburine. Der Rock symbolisiert dabei die Sonnenscheibe. Es gibt Sternen-Tanura oder Regenbogen-Tanura, die das Universum symbolisieren. Die Regenbogenfarben gelten als göttlich. Bei der Verwendung von Tamburinen stellen diese die Sterne dar.

Video Asita Tanura

Bedeutung der Bewegung

Zu Beginn der Zeremonie sind die Arme vor der Brust gekreuzt, durch das Kreuzen der Arme erscheint der Drehende in der Bedeutung der Zahl Eins, als Zeugnis der Einheit Gottes. Diese Haltung verweist auch auf Konzentration und Besinnung und auf eine Abkehr von der Außenwelt die geschlossene Form.
Dann öffnen sich die Arme in zentrifugaler Bewegung bis zu einer lockeren Streckung auf etwas über Schulterhöhe steigend. Die rechte Hand weist nach oben in Richtung Himmel, in der Bereitschaft, die göttliche Wohltätigkeit zu empfangen; die linke Hand, auf die sich manchmal auch der Blick der Drehenden richtet, wendet sich der Erde zu.
Die Drehbewegung des Sufi-Tanzes ist gegen den Uhrzeigersinn, zwar linksläufig, aber mit rechtem Fuß antreibend, mithin zum Herzen und nach innen.

Gleichgewicht zwischen dieser und der künftigen Welt

Tanzende Derwische beim Drehtanzritual.
Drehende Derwische

Der linksläufige Energiestrom unterstützt den Akt der geistigen Konzentration. Der linke Fuß bleibt meist mit dem Boden verbunden, denn der Derwisch hat hier, auf dieser Erde, sein Werk zu tun. Der Koran sagt: Steh aufrecht in dieser Welt doch neige dich in der nächsten. Der Derwisch muss das Gleichgewicht sein zwischen dieser Welt und der künftigen Welt. Der rechte Fuß gibt den Drehschwung und bestimmt das Tempo der Drehung. Die Linksdrehung hebt die Herzbetonung hervor und deutet auf die weibliche, empfangende Spiritualität und den seelischen Reichtum, wobei die Beinbewegung auf den Zugang zum kollektiven Unterbewusstsein verweist. Die leichte Rechtsneigung des Kopfes „verbindet mit einer imaginären Linie Gehirn und Herz“, und führt die Integration von Gefühl und Verstand herbei. Die Atmung des linken Nasenlochs wird verstärkt.

Die rituellen Drehungen sollen von allen störenden Gedanken befreien und in Trance versetzen, bei der der Körper das Schwindelgefühl überwindet. Beim Drehtanz ist die Aufmerksamkeit auf das mehr rezeptive spirituelle und sich-öffnende Erleben der Tänzer konzentriert. Der Tanz wird zum Mittel des hingebungsvollen Einswerdung mit dem Höchsten und so zum Gottesdienst in engstem Sinn.

Literatur/Quellenangaben:

Dr. Fawizia Al-Rawi. http://www.sufi-braunschweig.de.
Orientalischer Tanz Folkore und Hoftänze von Havva – Eva Marklowski und Dayed El Joker
Raks Shaabi, Zartanz von Gamal Abo Zed